AZelck_Kleiderspende_1920x640px.jpg Foto: A. Zelck / DRK GS
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Ihre Kleiderspende für den guten Zweck

Ansprechpartnerin

Joanna Boudjaguig
Leitung DRK Kleiderladen Darmstadt

Tel.: 06151-3606-340
joanna.boudjaguig(at)drk-darmstadt.de

DRK-Kleiderladen „Schrankgeflüster“
Dieburger Str. 20
64287 Darmstadt

Öffnungszeiten
Montag - Freitag: 10:00 - 18:00 Uhr
Samstag: 10:00 - 14:00 Uhr

Dauer-Sonderaktion!

Jeden ersten Freitag im Monat erhalten Sie 20 % Rabatt auf Ihren kompletten Second-Hand-Einkauf!

Den DRK-Kleiderladen findet man auch in der „Wandelkarte“ von Transition Darmstadt.

Ein Pullover der nicht mehr gefällt. Jeanshosen, die den Kindern zu klein geworden sind. Egal, wovon Sie sich trennen möchten: Bringen Sie dem Deutschen Roten Kreuz Ihre Kleiderspende und unterstützen Sie damit andere.

Zwei Möglichkeiten, Ihre Spende abzugeben

Gut erhaltene und modische Kleidung können Sie direkt in unserem Second-Hand-Laden „Schrankgeflüster“ in der Dieburger Straße 20 abgeben. Oder Sie nutzen einen der DRK-Kleidercontainer im gesamten Stadtgebiet.

>>Zu den Standorten unserer Container

>> Mehr über unseren DRK Kleiderladen „Schrankgeflüster“

Bitte beachten Sie für die Kleiderabgabe direkt in unserem Kleiderladen folgende Hinweise

  • Aufgrund der geringen Lagerkapazitäten bitte nur Saisonware abgeben.
  • Die Textilien sollten unbedingt gewaschen sein.
  • Auch Schuhe, Bett- und Tischwäsche, Handtücher sowie Kinderspielsachen sind erwünscht.
  • Aktuelle Bücher (nicht älter als 15 Jahre) können in kleinen Mengen gespendet werden.
  • Abgabe der Ware sollte in Plastiksäcken und Plastiktüten statt Kartons erfolgen.
  • Wir nehmen kein Geschirr und keine Elektroartikel an.

Besonderheiten bei Haushaltsauflösungen

Bitte nehmen Sie mit uns vor der Anlieferung größerer Warenmengen telefonisch Kontakt unter 06151 – 3606-340 auf. Kleidung von Senioren aus Haushaltsauflösungen kann nur bedingt angenommen werden. Schuhe, Bett- und Tischwäsche sowie Handtücher sollten extra verpackt werden und können jederzeit gebracht werden. 

DRK-Kleiderladen„Schrankgeflüster“

Dieburger Str. 20
64287 Darmstadt

Öffnungszeiten
Montag - Freitag: 10:00 - 18:00 Uhr
Samstag: 10:00 - 14:00 Uhr

Ihre Spende hilft vielfach!

Mit den Erlösen aus dem Verkauf Ihrer gebrauchten Kleidung und Waren werden in Darmstadt soziale Projekte und Dienstleistungen des DRK finanziert. Da im Kleiderladen mehr gebrauchte (Second-Hand) Kleidung gespendet wird als wieder verkauft werden kann, geben wir den Überschuss und beschädigte Kleidungsstücke an die Recyclingfirma Hotex weiter. Das DRK erhält von diesem Recycling-Unternehmen ein Entgelt, mit dem wiederum die Rotkreuz-Arbeit in Darmstadt finanziert werden kann.

Die von Ihnen gespendeten Textilien kommen damit immer einem guten Zweck zugute! Wir danken für Ihr Verständnis und Ihre Spende!

Fragen und Antworten zur Verwertung von Kleiderspenden im DRK Kreisverband Darmstadt-Stadt e.V.

Immer wieder werden wir von unseren Kunden und anderen interessierten Menschen angesprochen, was eigentlich mit der Ware passiert, die Spender in die vom DRK aufgestellten Altkleidercontainer werfen oder in unserem Second-Hand Kleiderladen "Schrankgeflüster" in Darmstadt abgeben. Da uns Aufklärung und Transparenz sehr wichtig sind, haben wir zentrale Fragen und Antworten für Sie bereitgestellt. Ergeben sich für Sie daraus weitere Fragen, freuen wir uns über Ihren Anruf. Unsere Kontaktdaten finden Sie am Ende dieses Artikels.

  • Wie funktioniert der Gebrauchtkleidermarkt in Deutschland?

    Deutschland hat mit 750.000 Tonnen ausrangierter Textilien mit Abstand das größte Sammelaufkommen an gebrauchter Kleidung in Europa[1]. Der weit überwiegende Teil der abgegebenen Textilien (600.000 Tonnen) stammt aus Containersammlungen. Die restlichen 150.000 Tonnen werden über Straßensammlungen erfasst. Die gesammelte Gebrauchtkleidung ist eine Mischung aus Textilien unterschiedlicher Art und Qualität, die in spezialisierten Textilrecyclingbetrieben per Hand sortiert werden muss. Beim Sortieren wird geprüft, ob ein Kleidungsstück modisch ist und keine oder nur geringe Gebrauchsspuren aufweist – dann ist es noch als Secondhand-Artikel verwendbar. Ist ein Kleidungsstück dagegen schadhaft, stark abgetragen oder völlig unmodern, kann es nur noch zu Putzlappen geschnitten oder als Recyclingartikel weiter verwertet werden. Ungefähr 20% kann gar nicht mehr verwendet werden und muss von den Sortierbetrieben kostenpflichtig entsorgt werden.

    Während die Sammelmenge seit Mitte der 1990er-Jahre insgesamt stark zugenommen hat, ist die Qualität der Kleidung kontinuierlich schlechter geworden. Ca. 43 % der Gebrauchttextilien werden als Secondhand-Kleidung unterschiedlicher Qualität an spezialisierte Abnehmer - meistens ins Ausland - weiterverkauft. Die wichtigsten Exportregionen für diese Sammelware sind Osteuropa, der Mittlere Osten und vor allem Afrika. Darüber hinaus können ungefähr 16 % der Textilien zur Putzlappenherstellung und 21% für andere Recyclingartikel verwendet werden.

    Die Schlussfolgerung, dass ein Sortierbetrieb mit jedem aussortierten Artikel Geld verdient, trifft schon lange nicht mehr zu. Die Sortierbetriebe verdienen nur an Kleidung, Haushaltstextilien und Schuhen I. Qualität, der sogenannten Cremeware. Bei allen anderen Artikeln decken die Verkaufserlöse nicht die Kosten, die dem Sortierbetrieb für Beschaffung und Sortierung der Originalsammelware entstehen. Jeder Sortierbetrieb betreibt daher Quersubventionierung. Mit den Gewinnen aus dem Verkauf der guten Secondhand-Kleidung wird das Sortieren derjenigen Artikel mit finanziert, bei denen die Erlöse niedriger sind als die Kosten.

    [1] Zu diesem Ergebnis kommt eine im September 2008 erschienene Studie des Instituts für Aufbereitung und Recycling der RWTH Aachen. Yinan Gu (2008); Textilrecycling in Deutschland. Aachen

  • Gebrauchte Kleidung – ein wichtiger Rohstoff?

    Die tägliche Erfahrung zeigt, dass die meisten Spender einfach nur froh sind, gebrauchte Kleidung sinnvoll abgeben zu können. In den Hausmüll dürfen Altkleider nicht, daher sind die Altkleider-Container oft der bequemste Weg, gebrauchte Kleidung wegzugeben. Außerdem ist gebrauchte Kleidung ein wichtiger Rohstoff, für dessen Herstellung viel Energie aufgewendet werden muss.

    Oft hören wir aber auch: „Ich möchte, dass meine Sachen einem guten Zweck dienen und nicht im Reißwolf landen“. Wie reagieren die Menschen darauf, dass Kleidung, die sie in eine Sammlung geben, auch ein Wirtschaftsgut in einem weltweiten Markt ist? Es gibt ein großes Unwissen über den Gebrauchtkleidermarkt und das Textilrecycling. Die meisten Menschen können sich nicht vorstellen, welche Mengen jedes Jahr zusammenkommen. Und das Aufkommen von Gebrauchtkleidung nimmt weiter zu. Modezyklen verkürzen sich zunehmend und so trennen sich die Menschen auch immer schneller von ihren Sachen. Die wachsenden Kleiderberge sind eine direkte Folge unseres Konsumverhaltens.

    Das gewerbliche Verwerten von Gebrauchtkleidung schafft – wie unter dem ersten Punkt beschrieben - die Möglichkeit, überschüssige Textilien kostenlos zu „entsorgen“. Bei jedem Elektroartikel oder jeder Plastikverpackung bezahlt man das Recycling schon lange über den Kaufpreis mit. Nicht so bei Kleidung, Schuhen und anderen Textilien. Wir müssen uns deshalb von der liebgewonnenen Vorstellung verabschieden, dass ausrangierte Kleidung immer einen Bedürftigen finden wird, der sie gerne nutzt und diese Spende wertschätzt.

    Aus unserer Sicht ist aber auch der Weiterverkauf gebrauchter Kleidung an seriöse Recyclingfirmen nicht zu beanstanden, besonders dann nicht, wenn der Verkaufserlös aus den Sammlungen sozialen Projekten zugute kommt. So gesehen kann die Abgabe gebrauchter Kleidung an eine gemeinnützige Organisation eine materielle Spende sein statt einer finanziellen Zuwendung.

  • Warum beteiligt sich das Deutsche Rote Kreuz am Sammeln gebrauchter Kleidung?

    Das Deutsche Rote Kreuz war von Anfang an am Sammeln von gebrauchter Kleidung beteiligt. Zum Einen konnten dadurch Hilfslieferungen in Kriegs- und Katastrophengebiete organisiert werden, zum Anderen wurde überall im Bundesgebiet gebrauchte Kleidung über DRK Kleiderkammern kostenlos an Sozial Bedürftige abgegeben.

    Inzwischen hat sich auf dem Gebiet der Verwertung von gebrauchter Kleidung sehr viel verändert. Die jährlich anfallenden Mengen an Sammelware werden immer größer und der Bedarf an gebrauchter Kleidung vor Ort immer geringer. Das Deutsche Rote Kreuz hat aufgrund seiner Jahrzehnte langen Erfahrung und seines positiven Renommee auf diesem Gebiet das Sammeln von Gebrauchtkleidung auch über die gesellschaftlichen Veränderungen hinweg beibehalten und finanziert mit den Erlösen aus den Sammlungen einen Teil seiner gemeinnützigen und sozialen Arbeit.

    Jeder DRK Kreisverband oder Ortsverein entscheidet eigenständig, ob er Altkleider sammelt, wie die gesammelte Kleidung weiterverwertet wird und in welche Bereiche er die Verkaufserlöse investiert. Gemeinsam ist aber allen DRK Einrichtungen, dass der Erlös aus den Sammlungen nur für die Finanzierung der Wohlfahrtsarbeit und für gemeinnützige Bereiche verwendet wird.

  • Wie funktioniert das Sammeln von Gebrauchtkleidung beim DRK Darmstadt?

    Bei unserer Sammlung in Darmstadt unterscheiden wir zwei Kreisläufe: Die meisten Textilien werden durch die überall im Stadtgebiet aufgestellten DRK Altkleidercontainer gesammelt. Die Ware aus diesen Containern wird direkt nach der Sammlung unsortiert an eine seriöse Textilrecycling-Firma weiterverkauft, die uns dafür einen Kilopreis zahlt.

    Als zweite Möglichkeit kann gebrauchte Kleidung auch direkt in unserem Secondhand-Kleiderladen in der Dieburger Str. 20 in Darmstadt abgegeben werden. Dort wird alles von uns sortiert und zu fairen Preisen vor Ort verkauft. Wenn Sie Wert darauf legen, dass Ihre gut erhaltene Kleidung vor Ort weiterverwendet wird, freuen wir uns, wenn Sie diese während unserer Öffnungszeiten direkt in unserem Kleiderladen abgeben.

    Außerhalb der Öffnungszeiten steht Ihnen am Seiteneingang ein DRK Kleidercontainer zur Verfügung, der mehrmals wöchentlich von unserem Kleiderladenteam geleert wird.

  • Was passiert mit den Erlösen, die wir mit dem Sammeln gebrauchter Kleidung in Darmstadt erwirtschaften?

    Der Verkaufserlös aus dem DRK Kleiderladen wird ausschließlich für unsere soziale Arbeit vor Ort verwendet. Zurzeit unterstützen wir damit Projekte im Bereich der Kinder- und Jugendarbeit und im Bereich der Seniorenarbeit.

    Der Erlös aus dem Verkauf der Containerware wird für die Aktivitäten der Schulsanitätsdienste und für die ehrenamtliche Arbeit in den DRK-Ortsvereinigungen  verwendet.

  • Wie funktioniert unser Secondhand Kleiderladen in Darmstadt?

    Unser Mitarbeiterteam besteht aus zwei hauptamtlichen Kräften, Ein-Euro-Jobberinnen und vielen ehrenamtlichen Helferinnen, die gemeinsam den Laden organisieren. Die gespendeten Textilien werden aufwändig von unseren Mitarbeiterinnen sortiert und die gut erhaltene Ware für den Verkauf aufbereitet, ausgezeichnet und im Verkaufsraum ansprechend präsentiert. Weniger gut erhaltene oder verschmutzte Ware, aber auch Kleidung, die schon einige Monate ohne Verkaufserfolg in unserem Laden präsentiert wurde, geben wir gegen einen Verkaufserlös an eine Textilrecyclingfirma weiter.

    Wir sind stolz darauf, dass wir in unserem Kleiderladen bereits mehrere Arbeitsplätze schaffen konnten und für Ein-Euro-Jobber die Möglichkeit bieten, durch längerfristige Einsätze wieder einen Zugang zum Arbeitsmarkt zu finden.

    Wenn auch Sie Spaß am Umgang mit Kleidung und einen halben Tag Zeit in der Woche zur Verfügung haben, dann freuen wir uns auf neue Helferinnen und Helfer in unserem Kleiderladenteam. Bitte kontaktieren Sie bei Interesse Frau Annabell Schreiber, Ehrenamtskoordinatorin, Telefon: 06151 – 3606-657.

  • Warum geben wir unsere Containerware an eine auf Wiederverwertung spezialisierte Firma ab? Und was geschieht mit der Ware, die dieser Sortierbetrieb erhält?

    Schon logistisch gesehen kann die jährlich anfallende Menge von mehr als 250 Tonnen allein für das DRK im Stadtgebiet Darmstadt nicht von uns selbst bewältigt und verarbeitet werden. Abnehmer ist ein so genannter Sortierbetrieb, der darauf spezialisiert ist, Gebrauchtkleidung und Sekundärrohstoffe zu verwerten. Da die Qualität der Sammelware sehr unterschiedlich ist, müssen die Textilien dort per Hand sortiert werden. Nur etwa 40% eignen sich für den Secondhand-Gebrauch und Weiterverkauf. Die größere Hälfte der Kleidung ist nur noch als Rohstoff geeignet oder muss kostenpflichtig entsorgt werden. Das Deutsche Rote Kreuz in Hessen hat sich mit der Firma Hotex in Liebenscheid eine Verwertungsfirma ausgesucht, welche die sortierte Ware nicht nur in Entwicklungsländer verkauft, sondern auch selbst Werkstätten unterhält, wo Baumwoll- und Wolltextilien weiterverarbeitet werden. Wir haben für Sie ein detailliertes Infoblatt erstellt, aus dem Sie ersehen können, zu welchen Anteilen und in welcher Weise unser Kooperationspartner die abgegebenen Textilien verarbeitet.

  • Ist es richtig, dass die Ware und Altkleider, die nach Afrika gehen, dort die lokalen Märkte zerstören?

    Ob das tatsächlich der Fall ist, darüber sind sich auch Experten nicht einig. Studien des Fachverbands FairWertung in Kamerun und Tansania zeigen[2], dass die Altkleidermärkte gerade von Geringverdienern in diesen Ländern gut angenommen werden. Im Gegensatz zur lokal produzierten Kleidung, die oft eher Kunsthandwerk als Gebrauchsware ist, sind die importierten Altkleider auch für ärmere Menschen erschwinglich. FairWertung hat herausgefunden, dass in diesen Ländern auch neue Arbeitsplätze durch Secondhand-Ware entstanden sind, da eine große Anzahl von Menschen vom Handel oder dem Umarbeiten dieser Kleidung lebt.

    In afrikanischen Ländern unterhalb der Sahara liegt die lokale Textilproduktion schon seit 30 bis 40 Jahren brach, verursacht durch ein komplexes Ursachenbündel, das differenziert betrachtet werden muss, um dem Thema gerecht zu werden. Die Globalisierung hat jedenfalls maßgeblich dazu beigetragen, die Eigenproduktion in vielen armen Ländern zu bremsen, zugunsten von westlichen Firmen, die zwar in Entwicklungsländern nähen lassen, die Ware aber nicht vor Ort vertreiben. Die Märkte in Afrika werden vor allem von Billigware minderer Qualität aus China überschwemmt. Ein Hemd aus China kostet in Afrika zum Beispiel ca. 3,00 $, wogegen für ein qualitativ hochwertiges Herrenhemd aus der Lieferung unserer Verwertungsfirma Hotex ca. 1,50 $ bezahlt werden muss.

    [2] http://www.fairwertung.de/info/exporte/afrika/index.html

  • Stimmt es, dass das DRK überschüssige Kleidung und Containerware kostenlos in Katastrophengebiete weitergibt?

    Dass Altkleider in Katastrophengebiete transportiert werden, ist eher die Ausnahme als die Regel, da es meistens wirtschaftlich günstiger und effektiver ist, Kleidung für Hilfebedürftige in der Region selbst einzukaufen, um die dortige Wirtschaft zu stärken. Alle Hilfsgütertransporte, die aus westlichen Ländern in Katastrophengebiete gehen, unterliegen hohen Anforderungen: Die Artikel müssen vom Frachtvolumen her dicht gepackt, absolut sauber und zeitnah zugänglich sein. Von daher greifen Hilfsorganisationen auf Originalware zurück, die die genannten Anforderungen erfüllt und bereits vorrätig als sogenannte Notreserve für den Luftversand bereit steht.

    In Einzelfällen organisieren verschiedene Landes- oder Kreisverbände des DRK aber auch eigenständig Hilfsgütertransporte in notleidende Regionen, die dann auch gebrauchte Kleidung an Bord haben.

  • Auch gemeinnützige Einrichtungen verkaufen einen Großteil der gesammelten Gebrauchtkleidung an Textilrecyclingfirmen. Wie offen und ehrlich wird der Spender darüber informiert?

    Unserer Ansicht nach ist erst einmal nichts dagegen einzuwenden, dass gemeinnützige Organisationen Gebrauchtkleidung sammeln und gegen einen festgelegten Verkaufspreis an seriöse Sortierbetriebe verkaufen. Sie als Spender können durch ihre bewusste Entscheidung, in welchen Container Sie Ihre gebrauchte Kleidung geben, selbst bestimmen, welche Organisation sie unterstützen wollen.

    Da Containerware inzwischen zu einem lukrativen Geschäftszweig geworden ist, sammeln auch immer mehr kommerzielle Sammler und gewerbliche Firmen, die keine gemeinnützigen Ziele verfolgen. Diese Sammler nutzen meistens Schlagworte und Aufkleber, die Hilfssammlungen suggerieren und verschleiern bewusst ihre gewerbliche Absicht. Wenn Sie nicht sicher sind, wem Sie Ihre Ware anvertrauen, können Sie sich über die angegebene Telefonnummer informieren, wer hinter einer Sammlung oder einem Container steckt. Finden Sie auf Containern gar keine Serviceangaben wie Telefonnummern oder die Adresse der sammelnden Organisation, sollten Sie misstrauisch werden. Auf den DRK Containern finden Sie jedenfalls immer das DRK-Logo sowie unsere Kontaktdaten, falls Sie weitere Informationen wünschen. Alle unsere Standorte in Darmstadt sind beim Bürger- und Ordnungsamt angemeldet. Sie dürfen keine Rad- und Fußgängerwege beeinträchtigen oder die Einsicht in Kurven behindern und müssen mit Reflexmaterial abgesichert sein, damit potentielle Gefahren vermieden werden.

  • Was empfehlen wir Spendern, die ihre gut erhaltene Kleidung direkt an Bedürftige weitergeben wollen?

    Wer möchte, dass seine Kleidung kostenlos (bzw. gegen eine geringe Servicegebühr) direkt an sozial Bedürftige weitergegeben wird, sollte sie in einer DRK Kleiderkammer oder bei interessierten sozialen Einrichtungen abgeben, die direkten Kontakt mit bedürftigen Menschen haben (z. B. Frauenhäuser, Obdachlosenunterkünfte, Bahnhofsmission). Die von Darmstadt aus nächste DRK Kleiderkammer befindet sich in Dieburg.

    Das DRK in Darmstadt ist bestrebt, zukünftig auch vor Ort wieder eine Kleiderkammer für Bedürftige anbieten zu können und ist derzeit auf der Suche nach günstigen Räumlichkeiten und Kooperationspartnern.

  • Was empfehlen wir Menschen generell im Umgang mit Kleidung?

    Es ist eine unbestreitbare Tatsache, dass in unserer Gesellschaft Unmengen Kleidung gekauft und schnell wieder aussortiert werden. Mit durchschnittlich 65 gekauften Teilen im Jahr ist Deutschland der größte Modemarkt in Europa[3]. Dieser Trend nimmt weiter zu, weil Kleidung immer günstiger gekauft werden kann, worunter auch die Qualität leidet.

    Zu 90% wird die Kleidung im Ausland produziert, fast ausschließlich in sogenannten Billiglohnländern. Die Leidtragenden dieses Trends sind vor allem Näherinnen und Rohstoffproduzenten in Entwicklungsländern, die von ihren Löhnen kaum überleben können und unter miserablen Bedingungen arbeiten. Während 25 – 30% des Umsatzes bei Textilien in Marketing und Werbung fließen, werden für die Lohnkosten der Näherinnen gerade einmal 0,5 – 1% des Verkaufspreises aufgewendet[4]. Haben Sie zum Beispiel gewusst, dass H&M für jede verkaufte Hose nur 12 Cent mehr verlangen müsste, um seinen Näherinnen einen monatlichen Bonus von 50 Euro zu zahlen? [5]

    Immer mehr Verbraucher stellen sich die Frage, was sie tun können, um diese Entwicklung zu bremsen. Weniger, dafür aber hochwertige Stücke anstelle von kurzlebigen Billigtextilien zu kaufen, kann ein erster Schritt sein. Und wenn doch mal wieder Abwechslung in die Garderobe soll: Warum nicht auch einmal in einem Secondhand-Laden stöbern? Das schont die Umwelt und den Geldbeutel. Wer sein Konsumverhalten langfristig ändern möchte, dem raten wir zu folgenden Maßnahmen:

    • Mit Augenmaß einkaufen, lieber bessere Qualität als größere Mengen
    • Kleidung länger tragen, ggf. ausbessern
    • Flohmärkte nutzen, sowohl für Verkauf als auch Einkauf
    • Gebrauchte Kleidung weitergeben im Bekannten- und Familienkreis, an Second-Hand-Läden, an soziale Einrichtungen, Kleiderkammern oder gemeinnützige Altkleidersammlungen/Container
    • Als kritischer Konsument auftreten. Im Geschäft nachfragen, wo die Kleidung produziert wurde und welche Sozialstandards für die Produktion gelten.
    • Fair-Trade Textilien kaufen. Mehr Informationen hierzu finden Sie z. B. unter  www.saubere-kleidung.de - www.fairwear.de - www.fairdealtrading.de

    [3]    FAIRRÜCKTE WELT – Global. Nachhaltig. Fair! Entwicklungspolitisches Netzwerk Hessen e.V. (Hg.) 2007, Frankfurt, S. 16
    [4]    FAIRRÜCKTE WELT – Global. Nachhaltig. Fair! Entwicklungspolitisches Netzwerk Hessen e.V. (Hg.) 2007, Frankfurt, S. 16
    [5]    Johann Rösch (2011); Ver.di publik, Ausgabe 12/2011, S. 8