Zu den Helden dieses Sommers zählen ohne Zweifel die Einsatzkräfte der Feuerwehren, die auch in Hessen bislang mehrere Waldbrände bekämpft haben. Weniger bekannt ist, dass in Deutschland die DRK Bergwacht die Feuerwehren bei der Bekämpfung von Vegetationsbränden unterstützt – in Südhessen zum Beispiel Ende Juli bei einem Waldbrand bei Zwingenberg an der Bergstraße: „Hier wurden die Kameraden der DRK Bergwacht Heppenheim alarmiert“, sagt Philipp Hämmer, Bereitschaftsleiter der DRK Bergwacht Darmstadt-Dieburg. „Unsere Aufgabe ist es in erster Linie, die Feuerwehr rettungsdienstlich abzusichern: Ein verknaxter Fuß passiert schnell in unwegsamem Gelände. Insektenstiche können ebenfalls einen Einsatz erfordern, wenn sich auf dem brennenden Gebiet zum Beispiel ein Wespennest befindet, die Tiere aufgeschreckt werden und entsprechend aggressiv sein können.“ Die DRK Bergwacht ist auf Rettung aus unwegsamem Gelände spezialisiert und verfügt über die entsprechende Ausstattung. „Neben einem Notfallrucksack, Sauerstoff, Defibrillator, Seilen und einer Gebirgstrage gehören auch spezielle feuerfeste Seile dazu. Mit ihnen können wir beispielsweise Einsatzkräfte für Löscharbeiten bergab am Hang sichern. Mit den geländegängigen Fahrzeugen übernehmen wir Logistikfahrten und transportieren beispielsweise Schläuche, Pumpen und Personal.“ Damit auch die Einsatzkräfte der DRK Bergwacht die Gefahr des Feuers einschätzen und sich selbst schützen können, werden sie verstärkt zusätzlich als Spezialeinsatzkräfte für Vegetationsbrandbekämpfung ausgebildet. „In unserer Bereitschaft sind es bislang fünf Kameradinnen und Kameraden. Hessenweit gibt es 25 Spezialeinsatzkräfte für Vegetationsbrandbekämpfung.“
Funkenflug durch Landmaschinen oder Schienenverkehr, eine achtlos weggeworfene Zigarette oder durch Müll im Wald wie Glasscherben von Flaschen, die das Sonnenlicht bündeln: Ein Brand ist bei langanhaltender Trockenheit schnell entfacht. „Es gibt die 30-30-30-Regel: Sie definiert die Voraussetzungen für eine hohe Gefahr für Wald- und Vegetationsbrände. Dafür muss es mehr als 30 Grad haben, weniger als 30 Prozent Luftfeuchte und mehr als 30 km/h Windgeschwindigkeit. Gerade der Wind treibt ein Feuer an und verursacht durch Funkenflug weitere Brandherde. Obwohl wir nicht aktiv an der Brandbekämpfung beteiligt sind, ist es wichtig, dass wir die Einsatzlage einschätzen und gegebenenfalls handeln können. Entstehen in unserer Nähe durch Funkenflug neue Glutnester, sind wir in der Lage diese mithilfe verschiedener Hilfsmittel zu löschen“, schildert Philipp Hämmer.
In der Bereitschaft der DRK Bergwacht Darmstadt-Dieburg engagieren sich aktuell 26 aktive Mitglieder ehrenamtlich regelmäßig bei Rettungseinsätzen und Sanitätsdiensten. Sie haben sich in Sommer- und Winterrettung, Notfallmedizin und Naturschutz qualifiziert und gelernt, Menschen von Felsen oder aus dem Schnee zu retten. Bei allen Einsätzen in der Natur wird auf Flora und Fauna Rücksicht genommen. Fünf Bergwacht-Retter sind zudem ausgebildete Luftretter und Teil der Luftrettergruppe Hessen. Gemeinsam mit der Fliegerstaffel der hessischen Landespolizei werden sie zu Luftrettungseinsätzen gerufen. Ihr Einsatzgebiet erstreckt sich im Bereich der Wissenschaftsstadt Darmstadt und dem Landkreis Darmstadt-Dieburg. Einsatzfahrzeuge sind am Standort der Bereitschaftsunterkunft im DRK-Ortsverein Darmstadt-Mitte in der Wolfkehlstraße und beim DRK-Kreisverband Dieburg stationiert, sodass die Reichweite von Griesheim über Modautal bis Babenhausen möglich ist.
Über die DRK Bergwacht Darmstadt-Dieburg:
Bei jedem Wetter! In jedem Gelände! Die Rettung von Menschen in unwegsamem Gelände ist eine zentrale Aufgabe der DRK Bergwacht Darmstadt-Dieburg gemäß dem Hessischen Rettungsdienstgesetz. Die Bergwacht-Bereitschaft in Darmstadt wurde im Jahr 1961 gegründet und zählt zu den ältesten Bereitschaften in Hessen.
Weitere Info unter www.drk-darmstadt.de/bergwacht


