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· Pressemitteilung

DRK Darmstadt beendet Migrationsberatung im Landkreis Darmstadt-Dieburg

Betroffen sind Beratungsstellen in Dieburg, Groß-Zimmern, Ober-Ramstadt, Pfungstadt, Reinheim, Roßdorf, Seeheim, Weiterstadt sowie der Kreisagentur für Beschäftigung – MBE in Darmstadt bleibt erhalten

Im Januar 2005 startete das Bundesministerium des Innern (BMI) die Migrationsberatung für erwachsene Zugewanderte (MBE). Mit dem Beratungsangebot soll der Integrationsprozess Zugewanderter individuell begleitet und gezielt gesteuert werden. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) ist für die Durchführung verantwortlich. Für die konkrete Beratungstätigkeit hat das BAMF unter anderem die Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege beauftragt, darunter das Deutsche Rote Kreuz. Schon seit MBE-Start hat der DRK-Kreisverband Darmstadt-Stadt e. V. in Darmstadt und im Landkreis Darmstadt-Dieburg diese Aufgabe übernommen. Für die neun Beratungsstellen im Landkreis Darmstadt-Dieburg legt das DRK Darmstadt nun nach rund 20 Jahren die Arbeit zum 1. Februar 2026 nieder. Betroffen sind Dieburg, Groß-Zimmern, Ober-Ramstadt, Pfungstadt, Reinheim, Roßdorf, Seeheim, Weiterstadt sowie die Beratungsstelle der Kreisagentur für Beschäftigung in der Darmstädter Jägertorstraße. „Dass wir diesen Weg für den Landkreis Darmstadt-Dieburg gehen müssen, bedauern wir sehr“, sagt Riza Yilmaz, Leiter der Sozialarbeit des DRK Darmstadt. „Die Ursachen für das Ende sind vielseitig. Ausschlaggebend ist jedoch, dass ein wesentlicher Kooperationspartner seine Beteiligung in diesem Aufgabenbereich aufgegeben hat, und wir diesen Leistungsbereich in unserer Wohlfahrtsarbeit neu bewerten mussten. Wir danken den Kommunen, den DRK-Kreisverbänden Darmstadt-Land und Dieburg sowie der Kreisagentur für Beschäftigung für die gute Zusammenarbeit und für die Unterstützung der Beratungsstellen.“ Wie nahezu alle sozialen Leistungen, die das DRK Darmstadt gemeinnützig erbringt, ist auch die MBE nicht voll finanziert. Alljährlich muss der Wohlfahrtsverband Eigenanteile erbringen, die zunehmend größer werden und somit die wirtschaftliche Lage des DRK belasten. „Bestehen bleibt aber die MBE-Beratungsstelle für Zugewanderte, die in Darmstadt leben“, so Riza Yilmaz. Weiterhin bestehende MBE-Beratungsstellen anderer Träger gibt es in Babenhausen, Groß-Umstadt und Griesheim.

Hintergrundinformationen:
Deutschlandweit setzt sich das DRK für faire Asylverfahren, menschenwürdige Aufnahmebedingungen und gelingende Integration ein. Leitprinzip des DRK ist dabei stets die Humanität. Durch Beratung und Projekte fördert das DRK die gleichberechtigte Teilhabe Zugewanderter: Neben der MBE führt das DRK Darmstadt im Auftrag des BAMF Asylverfahrensberatungen durch. Mit der Sprach- und Integrationsmittlung ermöglicht das DRK Darmstadt eine kultursensible Verständigung zwischen Zugewanderten und Behörden oder Institutionen aus den Bereichen Bildung, Gesundheit und Soziales. Mit dem Familienbildungsprogramm HIPPY trägt das DRK Darmstadt seit mehr als 20 Jahren zur gesellschaftlichen Inklusion von Familien mit Flucht- und Migrationserfahrung bei und schafft ein Stück Chancengleichheit für deren Kinder. Seit acht Jahren leistet das DRK Darmstadt im Psychosozialen Zentrum für Geflüchtete Südhessen Traumahilfe: Die psychosoziale Versorgung Geflüchteter hilft ihnen, traumatische Erfahrungen zu verarbeiten, Hoffnung zu schöpfen.
 


Ansprechpartnerin

Stephanie Aurelia Staab
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

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